Sandro Loetscher fehlen sechs Punkte

Die Enttäuschung sass tief: Sandro Loetscher (Gelterkinden BL) hatte sich mehr erhofft von diesem Einzelwettkampf mit der Zentralfeuerpistole. Zur Erinnerung: Im Teamwettkampf tags zuvor war er mit 581 Punkten der zweitbeste Schütze. Am frühen Samstagmorgen zeigte Loetscher erneut eine starke Leistung, die 581 Zähler vom Vortag erreichte er aber nicht mehr ganz. 577 Punkte standen nach 60 Schuss hinter seinem Namen – und vorne leuchtete eine 12 auf (die später noch in eine elf korrigiert wurde, weil der Chinese Yao Zhaonan disqualifiziert wurde). Ein elfter Rang ist eine tadellose Leistung an einer Weltmeisterschaft. Ganz zufrieden war Loetscher aber nicht. «Heute wäre mehr dringelegen», analysierte er seinen Wettkampf. «Der Start ist mir ideal gelungen, mit etwas mehr Wettkampfglück hätte es drei 50er-Passen gegeben.» Tatsächlich kratzte der eine oder andere Neuner an der Zehn. «Im Schnellfeuer unterliefen mir zwei grobe Fehler», erklärte der Baselbieter. «Das hat mich etwas aus der Bahn geworfen. Der letzte Biss fehlte danach.» Zwar konnte er sich nochmals steigern. Für ganz vorne reichte es aber nicht mehr. Allerdings hätten auch die 581 Punkte vom Vortag nicht für Edelmetall gereicht. Dafür wären 583 Punkte nötig gewesen. Erzielt hatte diesen Wert der Chinese Jin Yongde, der von der Disqualifikation seines Landsmanns Yao Zhaonan profitierte und auf den dritten Platz rutschte. Zhaonan hatte sich mit dem Aserbaidschaner Ruslan Lunev um Gold duelliert. Lunev musste eine Serie nachschiessen, behielt die Nerven und schoss mit 49 Punkten aus. Damit lag er mit einem Innenzehner vor Yao Zhaonan und gewann Gold. Silber ging statt an den Chinesen an den Estländer Peeter Olesk.

Steve Demierre (Auboranges FR) war lange sehr gut unterwegs, fing sich aber in den Schüssen 41 bis 50 eine Baisse ein. Die 89 Punkte in dieser Serie warfen ihn in der Rangliste zurück. Mit 568 Punkten klassierte er sich auf dem 31. Rang. «Mit der Leistung bin ich nicht zufrieden, mit der Arbeit im Schiessstand aber schon», sagte der Fribourger nach dem Wettkampf. Demierre war anzumerken, dass er in den letzten Wochen und Monaten sein Training auf die Luftpistole ausgelegt hat. Das hatte sich am Weltcup in München mit dem hervorragenden 9. Rang ausbezahlt. Für die CISM-Weltmeisterschaften war die Umstellungszeit von den Luftgewehr-Diabolos zum grösseren Kaliber zu kurz. «Mir fehlen die Automatismen», erklärte er. Das sieht Pistolen-Nationaltrainerin Claudia Loher genau gleich. «Steve hat sehr gute Passen gezeigt, aber man sieht ihm den Trainingsrückstand an.» Sandro Loetscher, so Loher, habe eine gute Leistung gezeigt. «Natürlich könnte er noch etwas mehr, aber 577 Punkte sind mehr als anständig.» (van)

 

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